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Mythen & Mysterien

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Permalink: "Die Welt in unserem Gehirn"
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22.12.2020

Die Welt in unserem Gehirn

Da für viele nicht ganz klar ist, wie die Welt, die wir sehen, entsteht, möchte ich hier etwas näher beleuchten, was in unserem Gehirn aus wissenschaftlicher Sicht passiert (ganz frei von Simulationstehorie oder Matrix), wenn wir "wahrnehmen":

UNSERE "REALITÄT"
Das, was wir gemeinhin "Realität" nennen, nennt die Wissenschaft schlicht "sensorisches Feedback". Sprich, alles was existiert, existiert erstmal nur in unserem Gehirn, weil wir es wahrnehmen. Und zwar mit unseren Sinnen. Doch was sind diese Sinne im biologischen Sinn" Es sind Sensoren. Gut ausgeklügelte Bauteile, die die Aufgabe haben, Schwingungen zu empfangen und diese an das Gehirn weiterzuleiten. Daher ist es wichtig, sich die Sinne des Menschen im Detail anzusehen um zu verstehen, was wir wirklich wahrnehmen.

1) DER SEHSINN
Unser Sehsinn besteht aus drei Teilen: Dem Auge, dem Sehnerv und dem Sehzentrum.
Das Auge ist ein biologischer Photorezeptor, der nichts weiter tut, als elektromagnetische Schwingungen bestimmter Wellenlängen (beim Menschen in der Regel zwischen 380nm und 780nm) in Strom umzuwandeln. Dieser Strom wird über den Sehnerv direkt in das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet.
Bis hier hin ist es nichts weiter als ein elektromagnetischer Impuls. Reine binäre Daten. Damit wir jedoch mit unserer Umgebung interagieren können, erstellt das Gehirn aus den Daten, die es empfängt, ein "Bild" und Farben. Dabei spielen die Erfahrungen, die man bisher gemacht hat, eine essentielle Rolle. Denn das Gehirn ist "faul" und will nicht jedes Mal Energie verschwenden um ein Bild neu zu berechnen. Daher verwendet es etwas, das man beim Computer "Cache" nennt.
Dieser Cache sorgt z.B. bei Surfen im Internet dafür, dass Webseiten schneller aufgebaut werden, weil die Inhalte, die schon einmal angeschaut wurden auf dem Computer lokal gespeichert werden. Beim erneuten Laden der Webseite werden die Inhaltedann nicht mehr heruntergeladen, sondern direkt vom Computer geholt. Dies geht enorm viel schneller.
Auf exakt die gleiche Art und Weise arbeitet das Sehzentrum. Etwas, das wir schon einmal gesehen haben, wird in unserem Speicher ("Gedächtnis") abgelegt um es bei Bedarf erneut aufrufen zu können. Auf diese Art und Weise arbeitet unser Sehzentrum unglaublich schnell und effizient.
Allerdings kann es passieren, dass die Daten, die das Auge empfängt, nicht mehr mit den Daten übereinstimmen, die gespeichert sind. Dann sehen wir etwas, das nun ganz anders aussieht, aber wir merken es nicht sofort. Wenn wir dann "genauer" hinschauen, erkennen wir den Unterschied jedoch recht schnell.
Dies ist nichts weiter als ein "Datenmissverständnis" unseres Gehirnes und völlig normal. Auf diese Weise verhindert unser Gehirn "Reizüberflutung".
Weicht das Gehirn auf irgendeine Weise von der Norm ab, kommt es zu einer Hyperaktivität des Sehsinnes und wir nehmen sehr viel mehr Dinge wahr, als unslieb ist. Das führt auf Dauer zu einer Überlastung und kann sich in psychischen Phänomenen wie Psychosen u.ä. äußern. Es gibt jedoch auch Menschen, die dies gar nicht merken, weil sie mit der Datenmenge gut klar kommen. Diese haben dann nach außen hin eine außergewöhnlich gute Wahrnehmung.
Der springende Punkt jedoch ist die Tatsache, dass erst im Sehzentrum die optische Realität entsteht, die außerhalb des Gehirns nur in Datenform (Information) existiert.
Im Form von elektromagnetischen Wellen (Photonen), die ausgestrahlt oder reflektiert werden und unsere Augen erreichen.

2) DER GERUCHSSINN
Wie auch der Sehsinn, besteht der Geruchssinn aus drei Teilen: Den Riechzellen, dem Geruchsnerv und dem Geruchszentrum im Gehirn.
Im Gegensatz zu den Photorezeptoren des Auges, besitzt die Nase Chemorezeptoren. Sensoren, die darauf ausgelegt sind, eine große Anzahl an chemischen Verbindungen aufzuspüren. Bis heute weiß man nicht zu 100%, wie diese Zellen arbeiten. Aber sie arbeiten von Prinzip her wie moderne künstliche Detektoren, die wir in der Technik verwenden. Nur sehr viel komplizierter. Doch auch hier ist der Vorgang exakt gleich wie beim Sehsinn:
Eine chemische Substanz gelangt in die Nase und zu den dort liegenden Sensoren. Da jede chemische Verbindung eine eigene Energiesignatur hat, also einen eindeutigen "Datensatz", können unsere Sensoren nun genau erfahren, um welche Verbindung es sich handelt. Und zwar sowohl die Natur der Verbindung als auch deren Quantität. Das gelingt jedoch nur dann, wenn diese Verbindung bereits identifiziert worden ist und entsprechend im Gehirn abgespeichert wurde. Ohne diese Information riechen wir nur "etwas das da ist", wissen aber nicht, um was es sich handelt.
Die Riechzellen wandeln nun den Datensatz der Verbindung, die Information, in elektromagnetische Wellen um, in Strom einer bestimmten Frequenz. Genau gleich wie die Photorezeptoren des Auges.
Nur mit dem Unterschied, dass hier nicht einzelne Daten sondern ganze Datenpakete weitergeleitet werden, denn der Geruch ist weitaus komplexer als das bloße Empfangen eines Photons im Auge.
Dieses Datenpaket gelangt nun über die Geruchsnerven zum Gehirn und wird im Riechzentrum analysiert. Passt der empfangene Datensatz zu einem bereits gespeicherten, wissen wir sofort "Das ist Verbindung xyz", ein Veilchen vielleicht. Wird kein passender Datensatz gefunden, wird die Verbindung ohne "Namen" abgespeichert. Als anonymer Datensatz. Dieser wird solange immer wieder mit gespeicherten Erinnerungen verglichen, bis ein Name gefunden wurde. Dazu reicht es, wenn jemand sagt "Das ist ein Veilchen". Ab nun weiß das Gehirn: "Ich rieche Veilchenduft" auch wenn kein Veilchen anwesend ist. In manchen Fällen gibt es eine Fehlinformation und wir riechen Dinge, die gar nicht da sind. Das ist recht verbreitet, vor allem in Verbindung mit dem Sehsinn: Wir können oft Dinge riechen, die wir sehen. Das liegt zumeist an der Daten-Nähe der Seh- und Geruchsnerven. Wir erhalten ein Bild, wenn wir etwas riechen und riechen etwas, wenn wir ein Bild erhalten. Seh- und Geruchssinn sind daher sehr oft gekoppelt. Die Ausprägung ist dabei unterschiedlich stark.
Somit beginnt die Realität eines Stoffes mit Eigengeruch erst im Gehirn, da wir ihn ohne den Geruchssinn nicht erfahren würden. Er wäre schlicht nicht vorhanden für uns, solange er nicht mit unserem Körper interagiert.
Doch auch, wenn der Stoff keinen Eigengeruch hat, gelangt er ins Riechzentrum und löst dort einen "leeren Datensatz" aus, der aber dennoch mit einem Namen versehen werden kann, denn die Information, die diese Verbindung trägt, ist ja vorhanden. Es kann also auch etwas "real" werden, das wir nicht riechen können und uns so beeinflussen. Kohlenmonoxid z.B. können wir normalerweise nicht riechen. Aber nur weil wir es nicht riechen können, heißt das nicht, dass es nicht "existent" wäre. Es trägt dennoch eine Information und diese Information kann im Körper Reaktionen auslösen, die uns töten können. In der "Realität" ersticken wir. In der Simulation wird eine "Erstickung" simuliert. Der Effekt ist ein und der gleiche, da der Körper stets nur auf Information reagiert.

3) DER HÖRSINN
Wie die beiden anderen Sinne besteht der Hörsinn ebenfalls aus drei Teilen: Dem Empfangsteil (Trommelfell, Mittelohr, Innenohr), dem Hörnerv und dem Hörzentrum im Gehirn.
Das Prinzip ist exakt das gleiche wie beim Sehsinn: Es wird eine Schwingung empfangen und in Strom umgewandelt. Nur, dass es sich hierbei nicht um elektromagnetische Schwingungen handelt, sondern um Schallschwingungen. Doch hier wird Schallenergie in elektromagnetische Wellen umgewandelt, die über den Hörnerv zum Hörzentrum gelangt. Die Schwingung des Schalles erzeugt dabei ein Datenpakt, das exakt der Schwingung entspricht. Das Gehirn empfängt dieses Datenpaket und speichert es erst einmal. Dann sucht es im Speicher (Gedächtnis) nach einem Eintrag mit Namen und gleicht die Daten ab. Findet es keinen Eintrag, erhält der neue Datensatz den Namen "unbekanntes Geräusch XYZ". Wird jedoch eine Übereinstimmung gefunden, so weiß das Gehirn: Das empfangene Datenpaket stammt von einer Kirchenglocke (z.B.).
Und sofort schaltet sich das Sehzentrum hinzu und generiert aus einer vorhandenen Erinnerung das Bild einer Kirchenglocke. Das Geruchszentrum, sofern Daten vorhanden, simuliert den Geruch von Rosen hinzu, an denen man gerade gerochen hatte, als man zum ersten Mal eine Glocke hörte. Es entsteht eine komplexe Simulation im Gehirn, eine "Erinnerung" an der nun schon drei Sinne beteiligt sind.
Somit wird die Erinnerung schon sehr real. Ist sie jedoch natürlich nicht, denn die Kirchenglocke war ein generierter Sound aus dem Radio.
Dennoch entsteht für einen kurzen Augenblick das Gefühl, dass man direkt wieder "dort" wäre. Wie gut diese Simulation ist, hängt davon ab, wie gut die Sinneszentren im jeweiligen Gehirn miteinander vernetzt sind und Daten austauschen können. Dies ist bei jedem Menschen anders, da es keine zwei gleichen Gehirne gibt. Auch nicht bei eineiigen Zwillingen.
Die Kirchenglocke existiert also gar nicht, aber unser Gehirn erstellt nur aus dem Ton einer Glocke eine umfangreiche Simulation, die wir immer und immer wieder erfahren können.

4) DER TASTSINN
Von allen Sinnen ist der Tastsinn vermutlich der beeindruckendste. Denn er basiert auf Daten, die zu 100% simuliert sind. Aber auch er besteht aus drei Teilen: Druckrezeptoren, Nerven und dem "Berührungszentrum" im Gehirn. Direkte "Berührungen" existieren in diesem Universum jedoch nur in einer Form, zu der der Mensch mit seinem Körper nicht fähig ist (und das ist durchaus gut so). Wenn wir etwas "berühren", so denken wir, dass unsere Finger das Objekt wahrnehmen können. Doch weit gefehlt. Es ist uns physikalisch nicht möglich, etwas anzufassen!
Um das zu verstehen, müssen wir einen kleinen Ausflug in die Kernphysik machen:
Jegliche Materie, die aus Atomen besteht, ist von einem elektromagnetischen "Schild" umgeben, das direkt von den einzelnen Atomen generiert wird. Dieses "Schild" sorgt für die elektromagnetische Abstoßung zwischen den Atomen. Ohne diese Abstoßung würden die Atome spontan verschmelzen (Kernfusion). Jedes Objekt würde zu einer gewaltigen Atombombe werden. Doch aufgrund der elektromagnetischen Abstoßung passiert dies nicht.
Da natürlich auch unser Körper aus Atomen besteht und somit auch unsere Fingerkuppen, stoßen sich die Atome des Objektes und der Fingerkuppe ab.
Je näher sie sich kommen, desto stärker wird die Abstoßung, die elektromagnetische Gegenreaktion. Wir nennen dies gemeinhin "haptischer Druck".
Diese Abstoßungsreaktion ist es auch, die verhindert, dass wir durch eine Wand fallen, wenn wir uns dagegen lehnen. Was jedoch ohne diese Abstoßung passieren würde, da die Wand nicht existiert in Wirklichkeit (worauf ich weiter unten ausführlich eingehen werde).
Die elektromagnetische Interaktion unserer Atome mit denen des Objektes wird von den Drucksensoren der Haut wahrgenommen und in elektromagnetische Signale umgewandelt. Es entsteht ein Datenpaket, das sowohl Temperatur als auch Beschaffenheit und Form des Objektes beinhaltet. Dieses Datenpaket wird über Nerven an das Gehirn weitergeleitet und dort gespeichert. Ist noch kein Datensatz zur Form verfügbar, wird es als anonymer Datensatz gespeichert. Ist ein Datensatz verfügbar, sprich, weiß man, was man anfasst, so löst dies sofort wieder eine Kaskade aus, die Hör-, Geruchs- und Sehzentrum abfragen.
Haben wir nun z.B. blind eine kleine kalte Glocke angefasst, liefert das Sehzentrum eine Kirchenglocke aus dem Datenspeicher. Aufgrund der Datenverknüpfung liefert das Hörzentrum den passenden Klang dazu und das Geruchszentrum den passenden Geruch der Situation.
Eine perfekte Simulation entsteht, in der wir die Glocke sehen, sie hören und die Rose riechen. Dazu haben wir noch das Gefühl, wir hätten sie berührt.
In Wirklichkeit haben wir aber nur einen Datensatz empfangen, der dazu auf NICHTS basiert.
Lediglich das elektromagnetische Feedback der beteiligen Atome hat dabei eine ganze Kaskade an Erinnerungen ausgelöst, die uns eine Realität erschaffen haben. Die aber gar nicht existent ist in diesem Moment.

5) DER GESCHMACKSSINN
Der Geschmackssinn ist direkt mit dem Geruchssinn verknüpft, da beide sehr nah beieinander liegen. Seine Funktion ist zu 100% identisch und daher möchte ich nicht extra auf ihn eingehen. Aber auch hier entsteht natürlich erst die Realität (ich habe etwas geschmeckt) im Gehirn. Sind die Geschmacksrezeptoren UND die Geruchsrezeptoren ausgeschaltet, so merken wir zwar, dass wir etwas im Mund haben (aufgrund der Drucksensoren), aber nicht was. Weil dem Gehirn die Daten fehlen, die entsprechende Simulation zu erstellen.
Ein Löffel Nutella im Mund hingegen löst bei uns z.B umgehend das Bild eines Nutellaglases aus (so wie Sie grade auch ein Glas Nutella sehen). Vielleicht hören wir sogar den passenden Werbeslogan dazu oder sehen gar die Werbung, die wir zuvor im TV gesehen haben. Auch hier entsteht eine Realität, die nicht existent ist und nur auf Daten aus der Erinnerung beruht. Ausgelöst von sensorischen Daten der Zunge.
Natürlich verfügt der Mensch noch über weitere Sinne, doch diese fünf sollen uns erst einmal ausreichen, um die Simulation in ihren Grundzügen zu erfassen.
Zusammenfassend können wir also sagen, dass ALLES, was wir als existent annehmen, nur eine Simulation in unserem Gehirn ist.

[aus: "Das simulierte Universum" von Bryan Blackwater]

#Simulationstheorie #Matrix
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